FOCUS ON OMR

OMG: we went to OMR!

Rund 50.000 Besucher, 5.000 Brands, internationale Top-Speaker und jede Menge Input auf 3 Stages und in insgesamt 150 Masterclasses. Wer über das Online Marketing Rockstars Festival (OMR) spricht, vergreift sich gern in Superlativen – und das nicht umsonst. Schließlich ist die Veranstaltung, die seit der Gründung im Jahr 2011 jährlich in Hamburg stattfindet, eine der weltweit größten Veranstaltungen für digitales Marketing und Technologie.

Digitales Marketing? Um eines gleich vorweg zu nehmen: Was Google erst kürzlich via Newsletter verlautbarte, pfeifen die Spatzen auch auf der OMR von den Dächern bzw. Stages. Digital is the new normal – kein Marketing, keine Kommunikation funktioniert heute noch ohne digitale Kanäle. Millennials (die laut Studien schon nächstes Jahr 50% der Workforce stellen, und damit zahlende Kunden für viele Unternehmen sind) nutzen digitale Kanäle täglich, ständig und selbstverständlich. Als Marketer Digital Skills zu lernen und diese Welt zu verstehen ist daher essentiell – digital & analog müssen nämlich Hand in Hand gehen, um erfolgreich zu sein. Digitales Marketing als solches extra auszuweisen ist 2019 also endgültig oldschool. Ob die OMR´s sich zukünftig also umbenennen? Wir sind gespannt…

Ihr habt den Event verpasst? Kein Problem. Wir waren dabei und geben euch einen virtuellen Schnelldurchlauf über die wichtigsten Botschaften und Erkenntnisse der OMR 2019:

HOW DO WE MAKE PEOPLE CARE

OMR-Gründer Philipp Westermeyer eröffnet die große Conference Stage jährlich mit einem Statusupdate zur (deutschen) Digitallandschaft und verrät die Trends, die Marketer in diesem Jahr beschäftigen sollten. In diesem Jahr stellte er die Frage: “How do we make people care?” Laut Westermeyer können Marken Kunden zunehmend selbst mit massivem Werbedruck kaum noch motivieren, etwas zu kaufen oder zu konsumieren. EMOTION ist das Stichwort. Anhand der sieben Todsünden skizziert er, welche Emotionen eine Marke im Kunden wecken muss, um Relevanz zu erzeugen:

– ZORN. Wer polarisiert, gewinnt. Auch „Marken der Mitte“ wie Nike, Gillette oder Katjes schaffen gezielte Provokation im Kampf um die Aufmerksamkeit.

– BEGEHREN. Markenkollaborationen sind einer DER Trends, um budgetschonend neue Zielgruppen zu erreichen. Prominente Beispiele u.a.: Crocs und Balenciaga, Rimowa und Offwhite oder Ikea und Hay.

– NEID. Ob Ritter-Sport Einhorn-Schokolade oder der neueste „Drop“ der Kultmarke Supreme. Was knapp ist, wird begehrt.

– STOLZ. Memebaiting ist das Stichwort hinter dieser Emotion. Verstehen kann nur wer den Kontext kennt, wer es versteht fühlt sich stolz. Marken setzen verstärkt auf den Meme-Effekt.

– GEIZ. Auch 2019 ist Geiz noch geil. „Wer als Marketer noch keine Black-Friday-Strategie hat, hat etwas falsch gemacht“, so Westermayer. Und: „Jede Marke brauch eine Deal-Plattform-Strategie“.

– TRÄGHEIT. Wenn Amazon und booking.com wieder anfangen, Briefe per Post zu verschicken, wird die träge Masse erreicht.

– MASSLOSIGKEIT. Viel hilft viel – so das Motto zahlreicher erfolgreicher Marken auf Instagram. Wer hier maßlos ist, generiert Follower.

BONDING NOT BRANDING

Nach der Eröffnungskeynote wissen wir also nun, wie wir ein erstes Strohfeuer entfachen können. Doch wie wird aus Schmetterlingen im Bauch eine dauerhafte Liebesbeziehung zwischen Marke und Kunde? Hier lautet ein wesentliches OMR-Stichwort: Bonding not Branding.

“Bonding is a close relationship that develops as a result of shared experiences.”

Branding-Experte und Marketing-Professor David R. Bell Marken wirft diese plakative Aussage in den heiß umkämpften Marketing-Ring. Was er damit meint? Erfolgreiche Marken von heute dürfen ihre potenziellen Kunden nicht nur mit gebrandeten Inhalten bespielen, sondern müssen darauf abzielen, eine aktive Community zu kultivieren – und das täglich auf´s Neue.

THE EXPERIENCE FACTOR

Denn Kunden von heute konsumieren nicht nur, sie wollen erleben. Und das nicht nur digital, sondern auch analog. Showrooms, in denen Marken tiefgreifende Erlebnisse und Interaktion mit ihren Produkten ermöglichen, sind beispielsweise ein entscheidender Wettbewerbsfaktor – oder anders gesagt: “You can never beat Amazon in inventory, but you can beat Amazon in experience”.

Denn wenn die Heerscharen an Influencern erst endgültig ihre Glaubwürdigkeit verloren haben, ist am Ende des Tages der Konsument selbst der neue Markenbotschafter. Marken müssen sich daher heute wie morgen an der Consumer Journey orientieren und dem Kunden an jedem Touchpoint ein einzigartiges Erlebnis bieten.

By the way: Der Experience-Faktor ist auch wesentlicher Bestandteil des neuen FOON-Markenmodells, das in Kürze ganz offiziell das Licht der Welt bzw. des FOONIVERSES erblicken wird. Doch mehr dazu in Kürze.

DEMOGRAPHICS ARE DEAD

Zurück zum OMR-Festival: Hier sprechen wir von „Bonding“, „Power to the Customer“ und „User First“ – doch wer sind diese Kunden überhaupt? Konsumenten ändern ihre Ansprüche im Tagesverlauf und je nach Umfeld und Device. In einer sich permanent verändernden, vielschichtigen Welt haben wir von CNN create, IBM, Peta und vielen weiteren etwas Wichtiges gelernt: Demographics are dead. Und: nur, wer seine Zielgruppe richtig gut kennt, kann das Produkt und die Experiences rund um eine Marke an unterschiedlichen Touchpoints und jegliche Art von Kommunikation an diese anpassen – dann kommt die mediale Aufmerksamkeit (earned media) mit ein wenig Geduld ganz voll selbst.

Ganz viel über die eigenen Kunden kann man über die Analyse der digitalen Channels erfahren, manches nur im persönlichen Gespräch. Auf jeden Fall sollten Unternehmen eine Priorität daraus machen, den eigenen Kunden kennen zu lernen. Nur das Wissen um die Leidenschaften, Bedürfnisse, Interessen und Sorgen, sowie das analoge und digitale Verhalten der eigenen Kunden macht eine Kommunikation mit maximaler Relevanz möglich. Und wer relevant ist, der gewinnt.

HONESTY PAYS OFF

A pro pos Relevanz. Erfolgreiche Marken denken nicht von Quartalsbericht zu Quartalsbericht, sondern in Dekaden – so zumindest das Credo von Birkenstock CEO Oliver Reichert, der die Marke Birkenstock „wie ein Startup mit 245 Jahren Tradition“ führt. Mit dieser Haltung trifft er auch vermeintlich unpopuläre Entscheidungen wie die Absage einer Kollaboration mit der Kultmarke Supreme, der Abkehr von Amazon oder der unverhohlenen Abscheu gegenüber dem Influencer-Hype. Wir lernen: Honesty is never paid, but it pays off. Wir finden: Daumen hoch für so viel Haltung!

Auch Verena Bahlsen (Viertel-Erbin der Bahlsen-Dynastie) erfreut uns mit einem erfrischenden Gedanken. Wer sich über Transformation und Innovation von Marken beschäftigt, fängt am besten damit an, nachhaltige Strategien für die Zukunft von Marken zu entwickeln – alles andere ist nur Kosmetik, so die Keks-Erbin.

BRAND TRANSFORMATION TRANSFORMS MARKETING

Mit der Transformation ihrer Marke beschäftigen sich neben Bahlsen dieser Tage natürlich viele große Brands – und fast immer zieht diese Transformation auch einen neuen Marketingansatz mit sich: Machten wir früher (und auch heute) den Konsumenten auf ein Produkt aufmerksam, um ihn anschließend zum Kauf auffzufordern, so zielt der Marketingansatz von morgen darauf ab, durch Marketingmaßnahmen das Verhalten des Users/Betrachters/Konsumenten zu verändern oder zu beeinflussen. Sprich: den Kunden nicht nur emotional anzusprechen, sondern durch emotionale Ansprache eine Verhaltensänderung hervorzurufen. Ein eindrucksvolles Beispiel für diesen Wandel liefert der Tabakkonzern Philip Morris. Statt auf fiktive Werbewelt vertraut man heute auf die Kraft und Glaubwürdigkeit der Wissenschaft. Im Mittelpunkt steht nicht mehr der legendäre, dauerpaffende Cowboy, sondern der aufgeklärte Konsument. Wie man eine klare Haltung bewahrt und Purpose-Driven Marketing betreibt, berichteten Dr. Charilaos Avrabos (Manager Scientific Affairs) und Thorsten Scheib (Geschäftsführer Marketing) in einer spannenden Masterclass.

BACKSTAGE

Und sonst so? Wir haben Hamburg bei Sonne gesehen. Wir haben den Auftritt von Materia auf der großen OMR-Party verpasst, aber dafür kulinarische Highlights erlebt (an dieser Stelle liebe Grüße an Steffen Henssler, dessen Visitenkarten wir gerne einem Makeover unterziehen würden) und authentische Ecken der Stadt gesehen. Wir waren gefühlt die ersten Gäste eines völlig neuen Transportdienstes (Uber zieh dich warm an!). Und wir kommen hoffentlich wieder – im nächsten Jahr!

Foto der lila OMR Big Picture Stage mit Katze darauf

Bild einer Präsentationsslide mit den Worten DEEP DIVE

Zwei Frauen und ein Mann

Foto eines Mannes mit Schlapfen

Foto einer Menschenmenge vor einer Bühne

Mann vor Screen

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