Titelbild Trends 2018

MARKETING-TRENDS 2018: FOCUS!

2018 wird die Audience noch stärker ins Zentrum gerückt – alles dreht sich darum, das Markenerlebnis für den einzelnen Menschen so spannend und praktisch wie möglich zu gestalten. Klingt erstmal nicht nach großen Neuigkeiten? Unsere Experten haben sich das für euch genauer angesehen. Let’s have a look.

MAGDALENA LEHNER, HEAD OF SOCIAL MEDIA:
GREIFBARE MARKEN-ERLEBNISSE

Das Schlagwort „Erleben“ wird 2018 für jegliche Social Media-Inhalte wesentlich sein. Dabei rückt der User noch stärker in den Fokus. “Social Media Marketing-Maßnahmen müssen es schaffen, ein greifbares Markenerlebnis zu bieten, um die Aufmerksamkeit der Audience zu gewinnen und diese auch zu halten.” Technologien wie Augmented Reality, Live Streaming und Digital Hangouts werden also weiterhin an Bedeutung gewinnen, Bewegtbildcontent in jeglicher Form steht auch 2018 ganz oben auf der Prioritätenliste in Sachen Social Media Marketing. Und auch das Thema Influencer Marketing sehen wir stark für 2018. Und nein, Influencer Marketing ist nicht tot. Der Erfolg unserer Projekte in Zusammenarbeit mit Influencern zeigt uns, dass es hier nach wie vor enorm viel Potenzial für Unternehmen gibt. Für erfolgreiche Kampagnen fokussieren wir auch im Jahr 2018 auf die drei Schlagworte Authentizität, Zieldefinition und Messbarkeit. Last but not least: Storys auf Instagram, Facebook oder Snapchat werden im nächsten Jahr besonders relevant für Unternehmen sein. Temporäre Inhalte sorgen für starkes Engagement – das liegt vor allem an ihrer Kurzlebigkeit und ihrer Authentizität. Dennoch sehen wir für 2018 die Professionalisierung dieser Formate als wesentlich – vor allem in Hinblick auf das Story-Branding.

TOM WAGNER, SENIOR ARTDIRECTOR:
RESPONSIVE LOGOS

Alles Alte wieder neu – 2018 wird ein Jahr der Modernisierung von Grafikdesigntrends aus der Vergangenheit. Ganz wesentlich dabei ist das Thema Responsive Logos. “Vor allem das Flat Design der letzten Jahre kehrt zurück. Minimalismus und Vereinfachung werden fortgeführt, einige alte Favoriten modernisiert und mit aktualisierten Looks wieder zurück ins Rampenlicht gerückt.” Es ist zehn Jahre her seit das Schlagwort “Responsive” das Web revolutioniert hat. Der rasante Anstieg mobiler Surfer hatte kritische Usability-Probleme für traditionelle Websites geschaffen. Designer und Entwickler begannen zu experimentieren. Dies bildete die Grundlage für das, was wir heute als Responsive Design kennen. Aber: Responsivität auch für Logos zu schaffen, ist nach wie vor kaum denkbar. Unternehmen haben ihre Logos in den letzten Jahren modernisiert und vereinfacht; ein responsives Logo-Design wäre der logische nächste Schritt, um die Anforderungen von heute zu erfüllen.

Responsive Logos Blogbild Quelle: http://www.responsivelogos.co.uk

Der Digital- und Interaktionsdesigner Joe Harrison hat zum Beispiel ein experimentelles Projekt namens “Responsive Logos” auf die Beine gestellt (http://www.responsivelogos.co.uk), um die Erstellung von skalierbaren Logos für einige der größten Marken der Welt zu erforschen. Es bleibt abzuwarten, in welcher Form sich dieser spannende Trend weiterentwickelt. Doch aus unserer Sicht ist klar: Responsive Logos sind ein wesentlicher Schritt in Richtung Zukunft. Unternehmen, die in der digitalen Welt mithalten wollen, sollten sich diesen Trend für 2018 vormerken.

SONJA HASENHÜTL, ONLINE MARKETING CONSULTANT: USER-ZENTRIERTES SEO

Spätestens ab 2018 sollte es allen Webseiten- bzw. Webshop-Betreibern klar sein: “Seiten werden für User optimiert und nicht mehr nur für Suchmaschinen.” Googles erklärtes Ziel ist es, Usern die bestmöglichen Ergebnisse für ihre Suchanfragen zu liefern. Alles andere würde den Marktführer ins Wanken bringen. Dank Artificial Intelligence (AI) – also künstlicher Intelligenz – und Machine Learning versteht Google die tatsächlichen Suchintentionen der User immer besser. Die Suchmaschine reiht daher jene Seiten, die diese Intentionen am besten bedienen, vor jenen, die ausschließlich auf technisch sauberes SEO setzen. Schnelle Ladezeiten, Mobile First und dergleichen sind selbstredend Must-haves. Webseitenbetreiber müssen sich die zentrale Frage stellen: Was möchte der User auf meiner Seite finden und welchen Zusatznutzen kann ich ihm bieten? Das sind keine mind-blowing News, trotzdem sehen wir täglich, dass es bei vielen an der Basis hapert. Wer hier 2018 immer noch nicht in die Gänge kommt, wird es schwer haben, gegen den Mitbewerb zu bestehen.

PHILIPP BAUMGARTL, PERFORMANCE MARKETING SPECIALIST: MICRO-MOMENTS FÜR MACRO-PROFITS

Rund 9 von 10 User nutzen ihr Smartphone, um damit Recherchen durchzuführen, den Status ihres sozialen Umfelds einzusehen, Produkte zu kaufen, eine Bewertung zu einem Lokal abzugeben, Videos zu konsumieren, Videos zu erstellen, einen Highscore zu knacken, ein Pokémon zu fangen, Collagen zu … – ihr seht schon, diese Liste nimmt kein natürliches Ende. “Die erfolgreichsten Unternehmen sind daher bei jedem entscheidendem Micro-Moment zur Stelle und versorgen den User mit zielgerichtetem und kontextuellem Inhalt.” Tatsächlich hat sich die Anzahl dieser sogenannten Micro-Moments innerhalb der letzten Jahre vervielfacht und dafür gesorgt, dass sich die Customer-Journey noch weiter verlängert. Dabei reicht es nicht aus, nur “da” zu sein; man muss Relevanz bieten und eine schnelle (und vor allem gewünschte) Folgereaktion ermöglichen, und das bis zu 150 Mal am Tag – Tendenz stark steigend. Mit holistischen Maßnahmen endet die Customer-Journey genau dort, wo es sich unsere Kunden als auch deren Kunden wünschen.

SARAH DONKO, HEAD OF MARKETING CONSULTING: GUTE STORYS, PROFUNDE DATEN

Einer Umfrage einer britischen Marketingplattform zufolge benennen Marketer die Themen „Content Marketing“, „Big Data“ und „Artificial Intelligence and Machine Learning“ als die wichtigsten Trends für 2018. Tatsächlich deckt sich das erstaunlich gut mit den Themen, die uns und unsere Kunden im vergangenen Jahr beschäftigt haben und auch im kommenden Jahr zunehmend beschäftigen werden. Nicht bahnbrechend neu, aber dennoch dominierend in allen Überlegungen rund um den optimalen Marktauftritt unserer Kunden ist das Thema Content Marketing. Nicht das Unternehmen und sein Portfolio, sondern gute Storys stehen im Mittelpunkt der Kommunikation. “Wer durch die Relevanz seiner Inhalte bei Kunden punktet, festigt zugleich die Kundenbeziehung – eine entscheidende Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg.” Um eben diese Kunden immer besser kennenzulernen und das Angebot auf die individuellen Bedürfnisse zuzuschneiden, stehen Unternehmen mittlerweile eine Vielzahl an Daten zur Verfügung. Marketiers setzen schon seit vielen Jahren auf Predictive Analytics zur Erkennung von komplexen Zusammenhängen in großen Datenmengen und nutzen sie zur Vorhersage von Kundenverhalten und Markttrends. Das Entwicklungstempo nimmt zu und mit ihm die Gefahr zurückzubleiben. Big Data zu ignorieren ist keine Option mehr – eine vernünftige Big Data-Strategie hingegen etwas, was viele Unternehmen bislang verschlafen haben. Aus den umfassenden Möglichkeiten zur Datengewinnung entsteht aber nicht nur Input für Marketingmaßnahmen, sondern auch zunehmend neue Geschäftsfelder. Klassische Geschäftsmodelle werden zunehmend hinterfragt, angepasst und in neue Modelle umgewandelt. Smart Factory, Machine Learning und Internet of Things sind Schlagworte, die vor allem im Industriesektor zunehmend an Bedeutung gewinnen. Hier geschehen gerade massive Umbrüche, die wir zum Teil begleiten dürfen.

Was lernen wir nun für 2018: FOCUS ON PEOPLE. Was Experten schon immer predigen, gilt natürlich auch für das kommende Jahr. Aber die Methoden, derer wir uns bedienen können, haben sich verändert und weiterentwickelt.

FOCUS ON PEOPLE

Bei allen Markenerlebnissen, die wir schaffen, muss die oberste Prämisse sein, dem User nur das Allerbeste zu bieten. Dabei haben wir aktuell ein immenses Instrumentarium zur Hand, mit dem wir diese hehre Absicht in die Tat umsetzen können. Im Social Media Marketing setzen wir auf spannende Bewegtbildtechnologien, um Erlebnisse zu schaffen, die Menschen begeistern. Wir denken das Thema „Responsive“ weiter: Skalierbare Logos sollten keine bloße Zukunftsmusik mehr sein. SEO wird persönlich: Stärker denn je optimieren wir für Menschen und nicht für Suchmaschinen. Wir entwickeln zielgerichtete Micro-Moments, um User erfolgreich abzuholen und auf den richtigen Weg zu schicken. Content bleibt also weiterhin King und ist gestützt durch Big Data ein Muss in den kommenden Monaten.

2018 wird ein spannendes Jahr mit vielversprechenden Möglichkeiten im (Online) Marketing. Wir freuen uns auf all jene unter euch, die wir dabei begleiten dürfen. Till then – see you FOON!

Noch mehr FOON Spirit und News aus dem FOONIVERSE gibt es auf unseren Social Media-Kanälen:

Facebook
Instagram

Statement "FOCUS ON CHATBOT" auf schwarzem Hintergrund

AUFSTIEG DER KI – WIE CHATBOTS UNSER LEBEN BEREICHERN WERDEN

Seit nicht ganz einem Jahr sieht sich der Kundenservice im Online-Bereich mit einem Phänomen konfrontiert, das sich über Branchengrenzen hinwegsetzt. Die Rede ist von Chatbots – autonome Systeme, die sich häufigen Kundenanfragen annehmen und diese schnell und effizient beantworten. Doch auch im Alltag können Chatbots als Fitness-Pal, Wetterdienst, usw. äußerst nützlich sein. Dabei gaukeln Chatbots den Usern Intelligenz vor, um menschlicher zu wirken.

Was zum Teufel ist ein Chatbot?

Berechtigte Frage. Der Begriff Chatbot leitet sich von „Chatterbot“ ab und beschreibt ein automatisiertes, textbasiertes Dialogsystem – kurz: einen chattenden Roboter. Er funktioniert wie herkömmliche Chat-Oberflächen mit einer Ein- und Ausgabemaske und simuliert einen Sprechpartner. Der erste seiner Art war der 1964 von Joseph Weizenbaum programmierte Chatbot Eliza, ein virtueller Psychotherapeut. Weitaus bekannter sind die Chatbots Siri von Apple, Alexa von Amazon oder Cortana von Microsoft, die unser Alltagsleben schon deutlich erleichtern. Dass Chatbots nicht immer so funktionieren wie sie sollen, zeigt das Beispiel Tay von Microsoft. Der Bot sollte ein Teenager-Mädchen imitieren. Während seiner Lernphase wurde die Gruppe an Menschen, mit der er (oder sie) interagierte jedoch nicht beschränkt, so musste das Experiment schon nach 16 Stunden abgebrochen werden. In dieser Zeit eignete sich Tay eine breite Palette an Schimpfwörtern und rassistischen Ausdrücken an und sympathisierte schlussendlich mit Adolf Hitler. Ein klares Zeichen dafür, dass selbstlernende Chatbots noch nicht vollständig für die Praxis taugen.

Ein Plus an individueller Betreuung trotz weniger Individualität

Viele Chatbots sind regelbasiert und deshalb weder flexibel noch sehr zuverlässig. Sie durchsuchen ein von den Programmierern vorgefertigtes Fragen-Antworten-Set, um eine Kundenanfrage zu beantworten. Wirklich spannend wird es jedoch, wenn das künstliche Gegenüber im Chat den User besser zu kennen scheint und selbstlernend ist. Dies ist vor allem in der E-Commerce und Reise-Branche der Fall, wo man den Nutzer dazu animiert sich direkt im Chat mit seinem User-Profil einzuloggen. So hat der Chatbot Zugriff auf die hinterlegten Stammdaten sowie der Bestellhistorie und „kennt“ die Vorlieben des Nutzers. Dies erlaubt es einem Chatbot das Nutzererlebnis individuell an die Bedürfnisse der Kunden anzupassen. Selbstlernende Bots können nicht nur auf eine interne Wissensdatenbank zurückgreifen, sondern auch das Internet nach einer passenden Antwort durchsuchen, um jedes Kundenanliegen optimal zu bearbeiten. Dank Machine Learning können sie auch Verknüpfungen und Querverweise herstellen, um sogar auf unerwartete Fragen zu antworten.

Chatbots benötigen keine Reaktionszeit

Im Zeitalter der schnellen Kommunikation erwarten sich Kunden baldige Antworten auf Anfragen, die sie an Unternehmen richten. “Mit Hilfe von Chatbots lässt sich die Reaktionszeit auf Kundenanfragen praktisch auf null reduzieren.” Der Algorithmus des Bots wertet Nutzeranliegen im Bruchteil einer Sekunde aus und beantwortet sie. Da kann ein Kundenbetreuer oder Social-Media-Mitarbeiter nur schwer mithalten. Minuten- oder stundenlange Wartezeiten auf die Rückmeldung eines Supportmitarbeiters sind längst passé. Auch wir als Agentur dürfen bei der Beratung unserer Kunden innovative Methoden, die ihre Bedürfnisse und den Zeitgeist besser treffen als traditionelle Mittel, nicht ignorieren. Somit ist es Teil unseres Jobs herauszufinden, ob die Entwicklung eines Chatbots für ein Unternehmen strategisch Sinn macht.

Tipp-Indikatoren machen Chatbots menschlicher

Damit diese umgehenden Antworten den User nicht verunsichern oder gar verschrecken, werden Chatbots oft mit so genannten Tipp-Indikatoren ausgestattet. So glauben User, die eine Anfrage im Chat eintippen, dass das Gegenüber erst nachdenkt – der Chatbot wirkt auf Anhieb menschlicher. Befinden sich die Nutzer in unterschiedlichen Zeitzonen, kann sich die Reaktionszeit von menschlichen Kundenberatern nochmals erhöhen. Chatbots hingegen sind 24/7 erreichbar und aktiv. Doch sind Chatbots einem menschlichen Kundenberater tatsächlich in jeder Situation vorzuziehen?

Triviale Probleme sind dank Chatbots Schnee von gestern

Während sehr spezifische Probleme auch weiterhin von menschlichen Mitarbeitern bearbeitet werden müssen, da das Maß an Komplexität solcher Anfragen die Leistung eines Chatbots klar übersteigt, können automatisierte Bots alltägliche Anfragen im Nu von der Agenda tilgen. So können sich Kundenberater auf die wichtigen Anfragen konzentrieren und müssen keine unnötige Zeit mehr verschwenden. Vor allem für B2C-Unternehmen sind die autonomen Bots somit eine willkommene Entlastung.

Chatbots sparen vielen Unternehmen Kosten

Auch wenn die Entwicklung eines fortschrittlichen Chatbots eine ganze Stange Geld kostet, rentiert sich diese Investition auf lange Sicht immer. Zum einen kann das Kundenservice-Team auf ein Minimum reduziert werden und sich tatsächlich nur noch auf die schwierigen Fälle konzentrieren. Zum anderen erlauben Chatbots eine noch nie dagewesene Geschwindigkeit beim Abarbeiten von Kundenanfragen und tragen dadurch dazu bei, zufriedenere Kunden zu haben.

Bedeuten Chatbots das Aus von menschlichen Kundenberatern?

Kurz gesagt: ja. Aber bis dahin wird noch viel Zeit vergehen. Zwar wird die künstliche Intelligenz der Bots zunehmend komplexer, jedoch gelang es noch keinem Chatbot den Turing Test zu bestehen und infolgedessen einen Menschen davon zu überzeugen, dass er tatsächlich mit einem anderen Menschen spricht. “Die künstliche Intelligenz von Chatbots wird derzeit mehr vorgespielt als tatsächlich „gelebt“ und so sind menschliche Mitarbeiter im Kundenservice noch unersetzbar.” Viele Anfragen erfordern zudem eine gewisse Feinfühligkeit und emotionale Intelligenz, mit der Chatbots schlichtweg nicht aufwarten können. Darüber hinaus sind Chatbots sehr teuer. Nicht jedes Unternehmen kann eine derartige Investition einfach so stemmen.

Ein Chatbot kann den App-Dschungel lichten

Die meisten Smartphone-User haben die unterschiedlichsten Apps installiert, um über das Wetter, das nächste Taxi oder Carsharing im Bilde zu bleiben. Chatbots könnten diesen Apps in naher Zukunft den Rang ablaufen und gebündelt durch einen einfachen All in One-Messenger ersetzen. Die Integration von Chatbots in Messaging-Dienste hat längst begonnen und wird weiterwachsen. Bald schon werden User via WhatsApp einen Wetter-Bot anschreiben, ob sie an diesem Tag Sonnencreme oder einen Regenschirm einpacken müssen und erhalten postwendend eine Antwort. Viele App-Dienste werden dadurch überflüssig und umständlich werden.

Chatbots gehört die Zukunft der Kundenkommunikation

Man sieht, Chatbots sind nicht bloß die Zukunft, sondern erleichtern Unternehmen und Nutzern schon jetzt den Wissenstransfer. Zwar ist es noch ein weiter Weg bis zu dem Punkt, an dem Chatbots soweit sind, sich um sämtliche Kundenanfragen zu kümmern und fehlerfrei zu arbeiten, doch dieser Tag wird kommen. Die Revolution ist im Gange. Chatbots sind ein essentieller Teil der zukünftigen Kundenkommunikation. Dies verändert auch unsere Arbeit als Agentur, da wir die autonomen Bots in unserer strategischen Planung miteinbinden müssen, um unseren Kunden bestmögliche Lösungen anbieten zu können.

Facebook
Instagram

RE-THINKING BRAND COMMUNICATION

Es ist der heilige Gral in der Markenentwicklung: Das kostbare Wissen darüber, was Kunden zukünftig wollen und wie eine Marke aufgestellt sein muss, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein. Für alle, die einen Blick in die Zukunft werfen wollen, aber keine Glaskugel besitzen: Wir haben für euch vier Trends in der Markenentwicklung zusammengefasst, die zeigen, wohin die Reise in den kommenden Jahren gehen wird.

#1 BRANDS WILL GROW UP AND TALK POLITICS.

Lange Zeit war Markenkommunikation ein eher unpolitischer Raum. Diese Situation ändert sich allmählich. Ereignisse wie der Brexit oder die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten schlagen so hohe Wellen, dass sich Marken zunehmend politisieren. “Donald Trump ist eine Marke. Das ist bekannt. Er ist aber noch viel mehr als das. Er beeinflusst auch andere Marken und trägt dazu bei, dass sie sich politisieren.”Während viele Marken weiterhin von einer Mission angetrieben werden, avancieren immer mehr zu echten Aktivisten und erheben ihre Stimme bei Angelegenheiten, die sie und ihre Kunden negativ beeinflussen. Eines der aktuellsten Bespiele ist die massive Kritik zahlreicher großer US-Unternehmen am Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen, ein weiteres der Werbespot von Budweiser während der diesjährigen Super Bowl, in dem das Thema Zuwanderung als vorteilhaft und chancenreich dargestellt wurde. Prompt folgten hasserfüllte Kommentare und Boykottaufrufe gegen das Unternehmen, die Budweiser jedoch gerne in Kauf nahm.

Warum politisieren sich Marken? Wir glauben aus zwei Gründen: Zum einen tun sie es aus Eigeninteresse. Wenn Unternehmen wie Google vom Zuzug hochqualifizierter Mitarbeiter aus dem Ausland abhängen, dann kann ein Einreisestopp nichts sein, was sie gutheißen können. Zum anderen ist es auch eine Kommunikationsstrategie. Die Politisierung der Marken ist Ausdruck einer zunehmenden Polarisierung der Gesellschaft, in der es für Unternehmen zunehmend schwieriger wird, den unpolitischen Mittelweg zu gehen ohne dabei jemandem auf die Füße zu treten. Wenn Marken auch weiterhin ihre Kunden emotional erreichen wollen, dann werden sie für etwas stehen müssen, das über das Produkt hinausgeht. Und damit ist mehr als nur ein „Lifestyle“-Gefühl gemeint. Zukunftsmarken besitzen eine Kombination aus Dynamik, Intensität und Verständnis für Gesellschaft, Wirtschaft und Technologie.

#2 EMPOWERED CUSTOMERS IN AN AGE OF DISTRUST.

Durch die starke Verbreitung von Social Media hat sich in den vergangenen zehn Jahren die Marktmacht zunehmend weg von den Unternehmen und hin zu den Kunden verlagert. Letztere sind immer nur wenige Mausklicks davon entfernt, das Angebot von verschiedenen Unternehmen direkt miteinander zu vergleichen um die für sie beste Entscheidung zu treffen. Schlechter Kundenservice und schlechte Produktqualität werden schnell mit der Öffentlichkeit geteilt, was drastische Folgen für Unternehmen haben kann. Am besten einfach bei American Airlines nachfragen. Gleichzeitig schmilzt auch das Vertrauen der Kunden in Unternehmen und deren Markenbotschaften. Im Zeitalter des Misstrauens („Age of Distrust“, u.a. von der NY Times als Begriff geprägt) sitzen sie alle in einem Boot: Medien, Politik, NGOs und die Unternehmen. Wenn Kunden zunehmend das Vertrauen in Unternehmen und deren Botschaften verlieren, wer genießt dann noch ihr Vertrauen? Die einfache Antwort: Andere Kunden.

Der Dialog mit dem mächtigen und kritischen Kunden kann trotzdem auch weiterhin funktionieren, vorausgesetzt, der Kunde wird ernst genommen und auf eine menschliche Art und Weise angesprochen. Diese Human Voice in der Markenkommunikation ist vor allem durch Ehrlichkeit, Authentizität und Transparenz gekennzeichnet. Hier braucht es also den Mut, die Zeiten des aalglatten und nichtssagenden Corporate Wordings ein für alle Mal zu beenden. Auch Unternehmen machen Fehler, haben Schwächen und mitunter sogar Ängste. Wer ehrlich, authentisch und transparent mit seinen Kunden kommuniziert, wird auch in Zukunft mit dem Vertrauen der Kunden belohnt werden.

#3 OMNIPRESENT TECHNOLOGY.

Technologie verändert die Markenkommunikation. Ein Satz, der auf den ersten Blick nur wenig Neues bietet, soll an dieser Stelle trotzdem nochmals betont werden. Denn viele unterschätzen das Ausmaß der Veränderungen, die auf uns zukommen werden. Der vermutlich größte Game Changer ist die Künstliche Intelligenz. Dank Siri, Alexa und zahlreichen Chatbots haben wir uns mittlerweile daran gewöhnt, mit künstlicher Intelligenz zu sprechen und zu schreiben. Die persönlichen Assistenten der Zukunft sind aber viel mehr als nur ein Medium, über das wir versuchen werden, unsere Kunden zu erreichen. Sie werden selbst zu einer Zielgruppe. Denn schließlich und endlich müssen auch Alexa und Co. erst davon überzeugt werden, welches Produkt und Tool sie ihren Usern empfehlen sollen. Auch Virtual- und Augmented Reality werden die Markenkommunikation grundlegend verändern. Aktuell werden VR und AR noch stark mit der Computerspiele-Brille gesehen, d.h. Marken entwickeln vor allem „Branded Virtual Reality“. Damit werden sich VR und AR aber nicht zufriedengeben. Unsere gesamte Methode, wie wir designen, wird sich verändern (Logo-Entwicklung, Typographie, etc.)

Für Marken bedeuten die technologischen Veränderungen auch große Chancen. Technologie ermöglicht uns Personalisierung. Kunden dürfen zukünftig nicht mehr als homogene Masse mit gleichen Interessen gesehen werden. Vielmehr müssen sie die Möglichkeit bekommen, ihre individuellen Interessen und Bedürfnisse einfließen lassen zu können. Entwicklungen rund um Big Data helfen uns, unsere Kunden mit ihren individuellen Bedürfnissen besser zu verstehen. Damit rücken wir unserem Ziel näher, unsere Kunden in den wichtigen Momenten die richtigen Informationen zu liefern und sie mit einer individuellen Botschaft anzusprechen. Und zu guter Letzt, …

#4 RELATIONSHIP AND EXPERIENCE WILL REPLACE IDENTITY.

Für den Erfolg von Marken wird zukünftig entscheidend sein, wie gut sie ein durchdachtes und durchgängiges Corporate Design mit der bestmöglichen User Experience verbinden können. Netflix, Spotify und Uber sind nicht durch Zufall zu drei der wichtigsten Marken für Millenials und die Generation Z geworden. Sie beherrschen eine der wichtigsten Tugenden: Sie sind Meister der User Experience. Durch systematische Analyse haben sie eine User Experience gestaltet, die nicht nur ihre Kunden begeistert, sondern wesentlich verändert hat, wie wir Filme und Serien sehen, Musik hören, und von A nach B kommen. Und nur wenn eine Marke immer wieder aufs Neue seine Kunden mit der bestmöglichen User Experience überzeugt, werden die Kunden der Marke auch treu bleiben. Für Unternehmen und Agenturen bedeutet das, dass die Produkte wieder zum wichtigsten Marketinginstrument werden. Denn von ihnen geht die User Experience aus, die wiederum darüber entscheiden wird, ob eine Marke zukünftig erfolgreich ist oder nicht.

EINE REISE INS (HOFFENTLICH NICHT MEHR) UNGEWISSE.

Die ideale Marke der Zukunft muss also mutig und authentisch sein. Sie muss für Transparenz sorgen, Personalisierung ermöglichen und Experiences schaffen. Nur so kann eine Beziehung zum Kunden entstehen. Eine Beziehung, die aber auch nur dann dauerhaft bestehen wird, wenn sie in jedem Moment aufs Neue belebt wird. Diese vier Trends zeigen auch, dass wir Agenturen uns weiterentwickeln müssen. Neben den kreativen Fähigkeiten, die schon immer zu den grundlegendsten Merkmalen unserer Zunft gehörten, wird das technische Know-how zur entscheidenden zweiten Säule. Auf diesen beiden Säulen entstehen die Marken der Zukunft. Das sagt zumindest unsere Glaskugel.

Facebook
Instagram