Die Worte "Focus on Adwords" auf schwarzem Hintergrund

ADWORDS EDITOR 12.0: THE OPTICAL EVOLUTION

Auch die größten Updatemuffel dürften mittlerweile mitbekommen haben, dass Google eine neue Version des AdWords Editors veröffentlicht hat und dessen Verwendung mit hartnäckigen Pop-Ups forciert. Wir haben das Update unter die Lupe genommen und berichten, ob wir uns von einem Schock erholen müssen, oder ob es sich um eine Erfahrung mit Happy-End handelt.

Der AdWords Editor nach der Politur

Für viele Performance-Marketer ist der AdWords Editor von Google das bevorzugte Tool, wenn es darum geht, Arbeitsschritte wie das Aufsetzen von Kampagnen, das Kampagnenmanagement oder die Erstellung von Anzeigen, effizient und zeitsparend umzusetzen. Dank der Verwendung des Editors entfallen nervtötende Seitenladezeiten sowie Browser-Inkompatibilitäten und der Online-Zwang. Der schnelle Einsatz von Copy and Paste, die praktische (und meist problemlose) Export-/Importfunktion von Tabellen sowie das Durchführen von Bulk-Änderungen gehen ebenso simpel wie übersichtlich von der Hand. Nun hat Google, nachdem bereits der neue Look der Onlineoberfläche vorgestellt wurde, auch den beliebten Editor mit einem Update auf Version 12 versorgt und diesen nicht nur mit graphischen Anpassungen versehen, sondern auch mit nützlichen Funktionen angereichert. Die Änderungen betreffen nicht nur optische Anpassungen am Interface, sondern reichen von benutzerdefinierten Regeln über zusätzliche Felder für Anzeigen bis hin zu neuen Gebotsstrategien.

Material-Design und schnellere Ladezeiten

Die offensichtlichste Änderung hat beim Design der Oberfläche stattgefunden. Die Aufmachung erinnert nun sehr stark an die Design-Prinzipien von Material-Design, auch wenn Google, offenbar systembedingt, weniger Gestaltungsspielraum zur Verfügung steht als nötig wäre, um die Designvorgaben zur Gänze umzusetzen. Klare Schriften treffen nun auf kontrastreichere Hintergründe, Hover- sowie Mausklick-Effekte werfen deutlich längere und intensivere Schatten, Icons sind, mit wenigen Ausnahmen, einheitlich im Material-Look gehalten, Listenelemente werden durch dezente Rahmen abgegrenzt und das Agieren mit diversen Kontrollelementen ähnelt ab sofort stärker jenen Verhaltensweisen, die man bereits aus anderen Produkten der Google Familie kennt. Die optische Neuauflage des Editors hätte bestimmt noch radikaler ausfallen können. “Hier erhielt gemäßigte Evolution Vorzug gegenüber der Revolution, wie sie beispielsweise beim Web-Interface von AdWords stattfinden wird.” Erfreulich ist zudem, dass Datenmigrationen aus früheren Versionen des Editors jetzt deutlich flotter geladen und ausgeführt werden können als dies bisher der Fall war. Dadurch sollen kommende Updates des Editors noch schneller verbreitet und an die Marketer gebracht werden.

Benutzerdefinierte Regeln

Endlich ist es möglich, benutzerdefinierte Regeln zu erstellen und zu editieren, die bei Verstößen gegen Best Practices den User benachrichtigen, sodass bei Bedarf entsprechende Anpassungen vorgenommen werden können. Von Haus aus benachrichtigt der Editor sinnvoll bei Verstößen, wie dem Fehlen von wichtigen Anzeigenerweiterungen, dem Fehlen von Zielgruppen, einer ungünstigen Anzeigenrotation bzw. Anzeigenauslieferung und vielem mehr. Insgesamt finden sich aktuell 16 integrierte Regeln, die je nach Vorkommnis eines Regelverstoßes ausgelöst werden.

Die benutzerdefinierten Regeln sind in der linken Navigationsleiste am unteren Bildschirmrand zu finden. Um eine neue Regel hinzuzufügen, sind nach dem entsprechenden Buttonklick noch der Name, die angezeigte Nachricht sowie die Bedingungen der Regel einzugeben. Bei Letzterem kann man auf den gesamten Entitätspool von AdWords zurückgreifen und gegebenenfalls auch sehr komplexe Bedingungen entwerfen. Zudem kann eingestellt werden, dass bei Regelverstößen das Uploaden unterbunden wird. Eine vor allem hinsichtlich der internen Qualitätssicherung durchaus willkommene Option.

Welcome Gebotsstrategie

Bislang befanden sich in den Einstellungen auf Kampagnenebene des Suchnetzwerkes lediglich zwei auswählbare Gebotsstrategien – Manueller Cost per Click sowie Ziel Cost per Acquisition. Ein großes Defizit zu den umfassenden Auswahlmöglichkeiten des Web-Interfaces. Mit der neuen Version gesellt sich die Gebotsstrategie „Conversions maximieren“ zu den alteingesessenen Optionen hinzu. Strategien wie „Klicks maximieren“, „Ziel-ROAS“, „Ausrichtung auf Suchseitenposition“ oder „Kompetitive Auktionsposition“ sucht man allerdings weiterhin vergeblich, auch wenn es sich dabei vermutlich um eher selten verwendete oder wenig beachtete Optionen handelt.

Mehr Möglichkeiten bei responsiven Ads

Responsive Ads sind Anzeigenformate aus Text-Bild-Kompositionen, die sich sehr flexibel in die jeweilige Website integrieren lassen und sich auch optisch gemäß ihrer Farbpalette anpassen können. Bei Bedarf wird auf die Aussteuerung des Bildes auch komplett verzichtet, folglich erscheinen responsive Ads dann als Textanzeige. Für Marketer sind sie ob ihrer einfachen Erstellung ein beliebtes Anzeigenformat zur Beimischung in das bereits vorhandene Anzeigenportfolio. Die Erstellung responsiver Anzeigen ist einer jener Vorgänge, der bevorzugt in der Online-Oberfläche von AdWords erledigt wird. Die Erstellung im Editor ist zwar prinzipiell möglich, aufgrund fehlender Funktionalitäten, wie der vorgeschlagenen Auswahl an Stock-Photos basierend auf der Zielseite, aber nur bedingt brauchbar.

Diesen Umstand versucht das Update zumindest etwas zu verringern, indem es neue Felder einführt, die früher der Weboberfläche vorbehalten waren. Dazu zählen beispielsweise das Hinzufügen eines Logos im 4:1 Format, Präfixe für Preisangaben, Texte für Promotions sowie Dropdowns für Call To Action-Texte. Letztere können entweder automatisiert generiert werden, oder man wählt aus einem Dropdown mit über 10 Einträgen den für den Kunden am geeignetsten Eintrag aus. Die Auswahl deckt dabei einen Großteil der erwünschten Nutzerinteraktionen ab und reicht von transaktionsgetriebenen bis hin zu eher informativen Aktionen. Zu finden sind die neuen Einstellungen im Tab „Erweiterte Einstellungen“.  Eine notwendige, wenn auch noch nicht ganz hinreichende Entwicklung der Handhabung von responsiven Anzeigen im AdWords Editor.

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