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SMARTE(R) ENTSCHEIDUNGEN TREFFEN

Neben einem oft überschätzten Bauchgefühl sind vor allem Daten als Grundlage für unternehmerische Entscheidungen dienlich. Wie gut, dass es sogenannte „Data Management-Plattformen“ wie Google Data Studio gibt, die den Zweck verfolgen, Daten aus verschiedenen Datenquellen zu visualisieren und als aussagekräftigen Report für interne wie externe Zielgruppen zur Verfügung zu stellen.

Daten alleine reichen nicht mehr

Laut IDC Schätzungen beträgt der weltweite Datenbestand im Jahre 2025 sagenhafte 163 Zettabytes (Eine Trillion Gigabytes bzw. eine 1 mit 21 Nullen dahinter) – eine Verzehnfachung des aktuellen Wertes. Verantwortlich für diesen enormen Datenschub ist das Aufkommen zusätzlicher Datenquellen wie neue Kundensegmente, Geräte (auch Internet of Things) oder Cloud-Lösungen.

Statistik - Die Entwicklung des weltweiten Datenaufkommens Die Entwicklung des weltweiten Datenaufkommens bis 2025. © Seagate

“Big Data lässt grüßen” Um in diesem wuchernden Datendschungel den Überblick zu wahren, müssen Daten komprimiert, erweitert, gefiltert, segmentiert, kombiniert oder auch berechnet werden – und das über alle unternehmensweiten Informationsquellen hinweg. Hier soll, vor allem für Interessengruppen mit großem Handlungsspielraum, die Frage geklärt werden: Which data is really big? Die Transformation von Daten zu Informationen und in weiterer Folge Wissen ist dabei das erklärte Ziel.

Hello Google Data Studio

Bereits 2016 Teil der Google Analytics 360 Suite, erhebt Google Data Studio den Anspruch eines All-in-One Reportingtools zur Aufbereitung von Dashboards. Sie können leicht mit anderen geteilt werden und beinhalten auch interaktive Berichtselemente für ein besseres Zahlenverständnis sowie zusätzliche Reportingmöglichkeiten. Obwohl seit einiger Zeit am Markt, ist Google Data Studio aktuell noch im Beta-Stadium. Man merkt es hier und da zwar bei der Verwendung, was aber der gewohnt eingängigen Bedienung der Google Produkte keinen Abbruch tut. Zudem wird laufend an zusätzlichen Features gearbeitet. Die Nutzung von Data Studio ist kostenlos und erfolgt direkt im Browser. Zur Erstellung eines Berichts ist lediglich ein Google Konto notwendig. Über die Startseite kann aus einer Auswahl von Templates gewählt, oder von Grund auf ein neues Dokument aufgesetzt werden.

Das 1×1 der Dashboard – Erstellung

“Zahlen aus diversen Unternehmensbereichen? Durchaus vorstellbar.” Bevor man sich an die Darstellung der Daten macht, gilt es, sich Gedanken über den Umfang, das Layout und mögliche Datenquellen zu machen. Der Verkauf liefert Informationen über Umsätze, aus dem Marketing kommen Metriken zur Webseitennutzung und den Ad-Kampagnen, der Einkauf stellt Daten über historische Einkaufspreise – aufgeschlüsselt nach Quartalen – zur Verfügung. Beim Layout ist es üblich, ähnlich wie bei der Konzipierung von Webseiten vorzugehen. Daher kommen häufig Wireframes zum Einsatz, die den Bericht durch die Verwendung von Platzhaltern in erster Linie ordnen sollen, thematische Elemente definieren sowie eine gewisse Berichtshierarchie vorgeben.

Konzipierung der Berichtselemente über WireframesKonzipierung der Berichtselemente über Wireframes. © Pexels

Ist man sich im Klaren, welche Zahlen für welche Zielgruppe in welcher Darstellung in den Bericht aufgenommen werden sollen (und diese Anforderungen auch mit Data Studio erfüllt werden können), geht es darum, die dafür notwendigen Datenquellen zu bestimmen und die Einbindung in Data Studio vorzunehmen.

Der Quell meiner Daten

Für die Einbindung von Datensätzen in Data Studio stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Kategorisiert werden diese in Google-Connectors und Community-Connectors. Google-Services werden, wenig überraschend, über eine direkte Schnittstelle verbunden. Neben etwaiger Zugangsdaten oder Autorisierungen zu den einzelnen Tools sind dabei keine weiteren Maßnahmen notwendig. Beim Import wird je nach Service abgefragt, welche Dimensionen in den Bericht übernommen werden und welches Unterelement (bspw. eine bestimmte Datenansicht aus Google Analytics) ausgewählt werden soll.

Services mit direkter Verknüpfung:

  • Google Analytics
  • Search Console
  • Google AdWords
  • Google Tabellen
  • YouTube Analytics
  • Attribution 360
  • BigQuery
  • Doubleclick Campaign Manager
  • Doubleclick for Publishers
  • Google Cloud Storage
  • Datei-Upload (csv)
  • MySQL / PostgreSQL / Cloud SQL

Sollte beim Import von Datensätzen außerhalb des Google-Universums keine Schnittstelle (z. B. Supermetrics) zur Verfügung stehen, empfiehlt sich der Workaround durch den Einsatz von Google Tabellen. Dort werden die Datensätze importiert, aufbereitet und ggf. angepasst, sodass sie von Google Data Studio gelesen und verarbeitet werden können. Für berechnende Metriken empfehlen wir aus Gründen der Übersichtlichkeit, diese direkt in den Tabellen anzulegen. Ein Element (z. B. eine Tabelle oder ein Chart) in Data Studio kann nur Informationen einer Datenquelle enthalten. Sofern es sich bei der Datenquelle um eine Google-Tabellendatei handelt, kann diese nur auf ein Blatt verweisen. Möchte man nun Daten aus mehreren Blättern verarbeiten, so müssen diese zuerst auf einem gemeinsamen Tabellenblatt aggregiert und dieses als eigene Datenquelle eingebunden werden. Auch der Einsatz von Pivot-Tabellen ist möglich.

Traue keiner Tabelle, die du nicht selbst erstellt hast

Nun geht es ans Eingemachte: Hat man die oben beschriebenen Vorarbeiten hinter sich gebracht, kann mit einem Klick auf das entsprechende Icon oder über die Option “Einfügen” in der Menüleiste ein gewünschter Diagramm- bzw. Tabellentyp eingefügt werden.

Menüleiste mit Icons aus Google Data StudioAuswahl von Tabellen und Diagrammen über die Iconleiste.

Anschließend zieht man noch den Bereich auf und gibt in weiterer Folge die darzustellenden Dimensionen und Messwerte ein. Möchten wir beispielsweise wissen, wieviele unserer Seitenaufrufe den Gerätekategorien zurechenbar sind, wählen wir unter Dimension “Gerätekategorie” und als Messwert “Sitzungen”. Mit einem Klick auf das Bleistift-Icon innerhalb der vertikalen Navigationsleiste können wir zudem das zugrunde liegende Element weiter bearbeiten. So ist es möglich, die Sitzungen nicht als absolute, sondern als relative Zahl abzubilden. Darüber hinaus kann die Tabelle mit Filtern (z. B. nur Traffic einer bestimmten Seite) oder auch Segmenten (z. B. nur weibliche Seitennutzerinnen) weiter angepasst werden.

Ziemlich basic bisher? Die wahren Muskeln des Systems verbergen sich aus unserer Sicht in der Möglichkeit der dynamischen Steuerungsmöglichkeiten der Berichte. Diese lassen das Festlegen eines Zeitraums, die Auswahl von Filtern sowie von Datensätzen (z. B. einer anderen Google Analytics-Datenansicht) jederzeit zu – auch außerhalb des Bearbeitungsmodus und somit für Betrachter der Reports.

Ausschnitt aus Google Data Studio-Menü
Möglichkeiten der erweiterten Steuerungselemente.

Mit diesen Möglichkeiten können die Empfänger der Reports diesen – in gewissem Umfang – nach ihren eigenen Vorlieben kreieren, auswerten und interpretieren. Sie erhalten dadurch genau diese Daten, für die sie sich interessieren. Unsere Beispiel-Tabelle könnte nun wie folgt aussehen:

Darstellung einer Beispieltabelle mit SteuerungselementenDarstellung einer Beispieltabelle mit Steuerungselementen

Die festgelegten Einstellungen gelten übrigens für alle Elemente eines Berichtsblattes (unter der Annahme der Anwendbarkeit auf den Datensatz).

Google Data Studio: unser Fazit

“Sofern man die Daten, die aufbereitet werden sollen, beschreiben und definieren kann, sollte es auch möglich sein, diese in Data Studio abzubilden.”

Google Data Studio ist im Wesentlichen sehr einfach zu nutzen und nach eigenen Vorstellungen gestaltbar. Die Berichte können in den Farben des Corporate Designs, mit den entsprechenden Logos und mit sonstigen Grafiken versehen werden. Bei den Fonts muss man sich allerdings mit einer Handvoll Optionen zufrieden geben. In relativ kurzer Zeit erhält man ein Dashboard, das zum Einen durch die flexiblen Steuerungsmöglichkeiten Eindruck schindet und zum Anderen wichtige Kennzahlen übersichtlich und unkompliziert wiedergibt.

Erhöht sich allerdings die Anzahl der Datenquellen, ist es umso wichtiger, die Daten in strukturierter Art und Weise aufzubereiten und einzubinden. Gelegentlich schleichen sich auch noch kleinere Bugs ein, die hoffentlich mit der finalen Version ausgemerzt werden. Besonders bei der Umbenennung von Metriken, Dimensionen oder Datenquellen tauchen vereinzelt wenig aussagekräftige Fehlermeldungen auf. Deshalb empfehlen wir, mit Bedacht umzubenennen.

Wie nützlich sind Ihre aktuellen Unternehmensberichte? Könnten Sie Ihre Unternehmensziele besser erreichen, wenn Sie über eine höhere Berichtsqualität verfügen würden? Wir freuen uns, mit Ihnen darüber in einen Dialog zu kommen.

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