In anderen Ländern sind GTINs im Shopping-Produktfeed längst Pflicht, nun setzt Google diese Vorschrift auch bei uns im Alpenland um. Das heißt allen Onlineshop-Betreibern in Österreich, die Google Shopping Anzeigen schalten, steht eine wichtige Veränderung bevor – und zwar schon bald. Ab 14. Februar ist die Angabe der GTIN für (fast) jedes Produkt ein Erfordernis, dessen Nichteinhaltung schwerwiegende Konsequenzen nach sich zieht. Doch keine Angst, falls Sie zu den Betroffen zählen und nun schon nervös an Ihren Fingernägeln knabbern: Wir erklären in diesem Artikel was Sie tun müssen, um diese Richtlinie richtig umzusetzen und mit Ihrem Google Shopping-Produktfeed sorgenfrei ins noch junge Jahr zu starten.

GTIN – Struktur
Bevor wir loslegen, stellen wir diese Produktkennnummern jedoch kurz vor. Schon 2009 wurden Produkt-Identifikationsnummern wie die EAN (European Article Number) von der Global Trade Item Number als eindeutige und international anerkannte Kennzeichnung ersetzt und sind seit jeher unter dem Barcode auf der Produktverpackung abgedruckt. Sie dienen der eindeutigen Produktkennzeichnung von Artikeln und können acht-, zwölf-, dreizehn- oder vierzehnstellig sein. Die Länge richtet sich nach dem Ort, an dem das Produkt verkauft wird und nach der Art des Produktes selbst.

GTIN-Barcodes
Verschiedene GTIN-Barcodes
  • UPC (GTIN-12): diese 12-stellige Nummer finden Sie auf Produkten, die in Nordamerika verkauft werden
  • EAN (GTIN-13): diese 13-stellige Nummer finden Sie auf Produkten, die in Europa verkauft werden
  • JAN (GTIN-13): diese 8- oder 13-stellige Nummer finden Sie auf Produkten, die in Japan verkauft werden
  • ISBN (für Bücher): diese 13-stellige Nummer finden Sie auf weltweit verkauften Büchern
  • ITF-14 (GTIN-14): diese 14-stellige Nummer finden Sie auf Produkten, die in Multipacks verkauft werden
Nummernaufbau GTIN
Nummernaufbau GTIN von www.gs1.at

GTIN-Pflicht – Ein Push für die Shopping-Performance
Auch wenn es mit ein wenig Aufwand verbunden ist die neue Richtlinie umzusetzen, ergeben sich daraus mannigfaltige Vorteile für den User. Primär strebt Google dadurch eine bessere Zuordnung der zu bewerbenden Produkte an und eine bessere Produkt-Klassifizierung. So werden Shoppinganzeigen relevanter und an ein präziser-kalkuliertes Zielpublikum ausgesteuert. Die Folge sind bessere Klick- und Conversion-Raten der Anzeigen (laut Google ein Plus von bis zu 20 %). Dem Produkt können durch die genauere Zuordnung außerdem mehr Details hinzugefügt werden.

GTIN-Warnung im GMC
GTIN-Warnung im GMC

Schwerwiegende Konsequenzen bei Nichteinhaltung der GTIN-Pflicht
Sie sollten unverzüglich damit beginnen das GTIN-Attribut in Ihren Shoppingfeed zu integrieren, denn ab 14. Februar werden Produkte, deren GTINs nicht im Feed hinterlegt sind, bei der Anzeigenschaltung nicht mehr berücksichtigt. Die Anzeigen werden also nicht mehr geschaltet. Welche Artikel aufgrund einer fehlenden GTIN abgelehnt wurden, erfahren Sie im Tab „Diagnose“ des Google Merchant Centers.
Falls eine Anzeige ungerechtfertigterweise nicht geschaltet wird, können Sie unter diesem Link eine manuelle Überprüfung beantragen.

abgelehnte Anzeigen aufgrund fehlender GTIN im GMC
Abgelehnte Anzeigen: Übersicht aus GMC – so könnte Ihr Feed auch bald aussehen

Wo Sie die GTIN für Ihre Produkte herbekommen
Grundsätzlich sollten auf jeder Produktverpackung GTINs abgedruckt sein. Dort befindet sich die Nummer (oft auch EAN, UPC, JAN oder ISBN genannt) direkt unter dem Strichcode (Abb.1). Die meisten Händler verzeichnen die GTIN in ihren Lagerhaltungs-, Inventar- oder Auftragsabwicklungssystemen. Falls Sie dennoch Probleme haben sollten eine GTIN für gewisse Produkte zu finden, können Sie die Nummer auch von Ihrem Lieferanten anfordern. Auf keinen Fall sollten Sie versuchen GTINs zu erfinden, da diese Nummern von Google beim Hochladen des Feeds in den Google Merchant Center erkannt werden und dies ebenfalls zu einer Ablehnung der Anzeige führt. Darüber hinaus gibt es auch Produkte, für die keine GTIN verfügbar ist. Dazu zählen handgefertigte und gebrauchte Waren oder Einzelstücke. In diesem Fall müssen Sie im Feed lediglich den Wert „FALSCH“ im Feld „Kennzeichnung existiert“ angeben.

Google-Shopping-Feed-Einstellung
Mit dieser Feed-Einstellung ist bei bestimmten Produkten keine GTIN nötig

Worauf müssen Sie bei der Eingabe der GTIN in den Shopping-Feed achten?

  • Jede GTIN hat eine bestimmte Anzahl an Ziffern. Zum Beispiel hat ISBN-13 genau 13 Ziffern.
  • Eine GTIN besteht nur aus Zahlen. Kommen Buchstaben darin vor, ist sie fehlerhaft.
  • Ermitteln Sie mithilfe des GSI-Prüfziffern-Rechners, ob die Nummer korrekt ist.
  • Geben Sie die GTIN ohne Bindestriche und Leerzeichen an.
  • Geben Sie nur gültige GTINs an.
  • Verwenden Sie bei Multipacks und Sets vom Hersteller die GTIN des Multipacks/Sets und nicht die GTINS der einzelnen Artikel.
  • Verwenden Sie bei Multipacks und Sets, die von Ihnen selbst zusammengestellt wurden die GTIN der einzelnen Artikel bzw. des Hauptartikels.
  • Geben Sie keine GTINs aus eingeschränkten Bereichen oder dem Couponbereich an (Präfixe 2, 02, 04, 05, 981, 982, 983).

Weiterführende Informationen zur Implementierung der GTINs
Noch genauere Informationen gibt es selbstverständlich auf der Google-Support Seite unter diesem Link und diesem Link. Falls Sie Fragen zur Integration von GTINs haben, sind wir selbstverständlich gerne für Sie da – per Email oder telefonisch unter 0316/267770.