Google Tag Manager Trigger

In Folge 2 unserer Serie zu den Grundlagen des Google Tag Manager beschäftigen wir uns mit dem Auslösen bzw. Feuern von Tags, und zwar mit den sogenannten “Triggern”.

Trigger – was ist das?

Was bisher geschah: Folge 1 – Einführung zum Google Tag Manager

Im ersten Teil haben wir etwas über Tags gelernt. Tags sind Code-Schnipsel, die im Tag Manager gespeichert sind. Und ganz ohne weiteres tut so ein Tag genau… nichts. Damit das Tag aktiv wird, braucht es einen Auslöser – der sogenannte Trigger!

Dabei ist es egal, wie viele Trigger ein Tag besitzt. Der bekannteste Trigger ist der Aufruf einer einzelnen Seite. Die meisten Tags, die ohnehin auf jeder Seite einer Website aufgerufen werden sollen (z.B. Google Analytics Tracking Code, Facebook Pixel), bekommen genau diesen Trigger verpasst.

Manche Tags sollten jedoch nur auf einer ganz bestimmten Seite aufgerufen werden. In so einem Fall definiert man einen “Filter”, der z.B. so aussehen könnte:

url – ist gleich – ihrwebshop.com/de/danke-für-ihren-einkauf.html

Jeder Filter ist wie in obigem Beispiel aufgebaut: [Variable] [Operator] [Wert]

Verbreitet sind z.B. die Variablen url, hostname, path, referrer und andere. Es lassen sich auch mehrere Filter pro Trigger angeben. Der Trigger wird dann aktiviert, wenn alle verknüpften Bedingungen zugleich erfüllt sind.

Trigger können allerdings durch blockierende Trigger ausgesetzt werden. Beispiel: Einem Tag sind 2 Trigger zugeordnet:

  1. der Trigger “alle Seiten”
  2. der blockierende Trigger “URL enthält danke-für-ihren-einkauf.html”

Ergebnis: Das Tag wird nie auf der Seite “danke-für-ihren-einkauf.html” ausgelöst, auf allen übrigen Seiten jedoch schon.

Woher weiß aber nun der Tag Manager, wann ein Trigger aufgerufen wird – wie wird der Trigger selbst “aktiviert”? Trigger werden bei jedem Ereignis, das auf einer Website stattfindet, geprüft. Stimmt ein Trigger mit dem definierten Ereignis überein, kommt es zur Auslösung.

Ereignisse selbst treten meistens in folgenden drei Bereichen auf:

  1. Seiten
  2. Klicks
  3. Formulare

 

1. Die Seite

Hier legt man fest, wann das Tag ausgelöst wird: Sofort nachdem die Seite im Browser aufgerufen bzw. der Seitenaufbau gestartet wurde (“Seitenaufruf” bzw. “Page view”) oder nachdem im Browser das Rendering des sogenannten “DOM” (document object model) abgeschlossen ist (“DOM ist bereit” bzw. “DOM ready”) oder nachdem die Seite vollständig geladen wurde, einschließlich Bilder und diverser CSS- bzw. Script-Dateien (“Fenster geladen” bzw. “Window loaded”).

2. Der Klick

Dieser Trigger löst ein Tag aus, sobald der Nutzer auf einen Link oder ein Element auf der Seite klickt. Dabei werden pro Klick folgende Variablen automatisch bereitgestellt:

  •     Click Element: das HTML-Element, auf das geklickt wurde
  •     Click Classes: ein Array der Werte im Klassenattribut des Elements
  •     Click ID: das ID-Attribut des angeklickten Elements
  •     Click Target: das Target-Attribut des angeklickten Elements
  •     Click URL: das HREF-Attribut des angeklickten Elements, falls vorhanden
  •     Click Text: der sichtbare Text im angeklickten Element

Weiters definiert man, ob nur Klicks auf normale Textlinks (Option “Nur Links”) oder auf jedes beliebige HTML-Element (Option “Alle Elemente”) erfasst werden sollen.

Wichtig ist bei Link-Klicks für einen Timeout zu sorgen, da ansonsten eine neue Seite geladen wird und das Klick-Ereignis nicht mehr durch den Tag Manager getrackt werden kann.

3. Das Formular

Dieser Trigger löst ein Tag dann aus, wenn Nutzer ein Formular senden. Dabei werden die folgenden Variablen automatisch bereitgestellt:

  •     Form Element: das Formularelement, auf das geklickt wurde
  •     Form Classes: ein Array der Werte im Klassenattribut des Formulars
  •     Form ID: das ID-Attribut des Formularelements
  •     Form Target: das Target-Attribut des Formularelements
  •     Form URL: das HREF-Attribut des Formularelements, falls vorhanden
  •     Form Text: der sichtbare Text im Formular

Wie bei Link-Klicks ist auch bei Form-Submits darauf zu achten, dass genügend Zeit für das Auslösen des Tags bleibt, indem ein sogenanntes Timeout die eigentliche Aktion des Formulars entsprechend lange verzögert. Wir sprechen hier allerdings von höchstens zwei Sekunden, die außerdem abgekürzt werden, sobald das Tag ausgelöst wurde. D.h. im besten Fall bemerkt der Nutzer überhaupt nicht, dass hier der Tag Manager aktiv ist. Oder anders gesagt: Ohne Tag Manager dauert die Verzögerung eine halbe Sekunde und mit dem Tag Manager 0,5 Sekunden. 😉

Weitere Ereignisse (zu denen Ihre Agentur vermutlich “Events” sagt, da die spärlich vorhandenen Tag Manager Ressourcen ohnehin alle in englischer Sprache vorhanden sind) sind:

  • Änderungen der Browser History
  • Tracking von Fehlern, die durch JavaScript verursacht wurden
  • Einsatz von Timern (nützlich für Countdowns)
  • Benutzerdefinierte Events (ein Kapitel für sich)
  • Und einige mehr

Diese Spezialfälle wollen wir uns in einem der nächsten Artikel genauer ansehen.

Bis dahin empfehlen wir Ihnen: Legen Sie sich ein Tag Manager Konto an (wo, das verrät Ihnen Google) und experimentieren Sie. Und nur keine Angst, wenn Sie Hilfe brauchen, wissen Sie, an wen Sie sich wenden können. Kontaktieren Sie uns gerne per Telefon unter 0316/267770 oder per E-Mail an office@both-interact.com.