Alles was Sie über den Google Tag Manager wissen müssen!

In diesem Artikel erfahren Sie, was der Google Tag Manager (GTM) macht und wofür man ihn benötigt. Außerdem erklären wir, was ein Tag ist, was die Vorteile des GTM sind und wie der GTM grundsätzlich funktioniert. Sollten Sie den GTM bereits nutzen, dann kann dieser Artikel für Sie dennoch interessant sein, Sie bekommen dadurch eine Möglichkeit, anderen Leuten den GTM auf einfache Weise zu erklären. Nun aber mal los.

Was ist ein Tag?

Jede Website besteht aus einem HTML Code. Sie können das auf einem Notebook oder Computer einfach überprüfen, indem Sie im Browser Ihrer Wahl auf Ihre Website gehen und sich den Seitenquelltext anzeigen lassen. In Firefox zum Beispiel funktioniert das mit der Tastenkombination “command+u” oder in Google Chrome mit der Tastenkombination “command+alt+u” (Windows User drücken statt “Command” die Taste “Strg”). Das was Sie sehen ist ein bunter Haufen Zeichen, bestehend aus HTML Code und JavaScript Code.

Ein Tag ist nichts anderes als ein kleines Code-Schnipsel (engl. “code snippet”) welches auf deiner Website eingebaut werden kann. Das bekannteste aller Tags ist der “Google Analytics Tracking Code” (GATC), und dessen (JavaScript) Code-Schnipsel sieht so aus:

<script>

  (function(i,s,o,g,r,a,m){i['GoogleAnalyticsObject']=r;i[r]=i[r]||function(){

  (i[r].q=i[r].q||[]).push(arguments)},i[r].l=1*new Date();a=s.createElement(o),

  m=s.getElementsByTagName(o)[0];a.async=1;a.src=g;m.parentNode.insertBefore(a,m)

  })(window,document,'script','//www.google-analytics.com/analytics.js','ga');

  ga('create', 'UA-XXXXXXXX-1', 'auto');

  ga('send', 'pageview');

</script>

Welche Tags gibt es?

Es gibt verschiedene Tags und verschiedene Arten diese einzubauen. Der oben gezeigte Analytics Code muss zum Beispiel auf jeder (Unter-)Seite Ihrer Website eingebaut werden. Eine Website besteht aus zwei (HTML-)Teilen: einem “HEAD” und einem “BODY”. Manche Tags kommen in den HEAD Bereich, manche in den BODY. Und manche sollen möglichst weit am Ende des “BODY” eingebaut werden (also z.B. nach dem Footer einer Website), andere wiederum möglichst weit oben oder nur auf bestimmten Seiten, usw.

Es gibt außerdem Tags, die je nachdem auf welcher Art von Seite sie eingebaut werden sollen, unterschiedlich aussehen. Ein Beispiel dafür sind dynamische Remarketing Tags. Remarketing ist das was passiert, wenn Sie sich auf Zalando ein paar rote Schuhe angesehen haben, danach nichts ahnend auf anderen Webseiten surfen und plötzlich werden Ihnen genau diese Schuhe immer wieder und wieder angezeigt.

In diesem Fall sehen die Remarketing Tags auf einer “Startseite” so aus:

<script type="text/javascript">

var google_tag_params = {

ecomm_prodid: "",

ecomm_pagetype: "home",

ecomm_totalvalue: ""

};

</script>

Und auf einer Produktseite so:

<script type="text/javascript">

var google_tag_params = {

ecomm_prodid: "1234",

ecomm_pagetype: "product",

ecomm_totalvalue: 49.90

};

</script>

Und im Warenkorb so:

<script type="text/javascript">

var google_tag_params = {

ecomm_prodid: ["1234", "4567"],

ecomm_pagetype: "cart",

ecomm_totalvalue: 89.90

};

</script>

Und auf Kategorieseiten, im Checkout, und auf Suchergebnis-Seiten würde der Code noch einmal anders eingebaut werden müssen! Das kann einen Webmaster schon zur Verzweiflung treiben (oder die Kosten entsprechend in die Höhe).

Darüber hinaus gibt es noch Tags für soziale Netzwerke wie z.B. Facebook, für andere Retargeting-Anbieter (z.B. Criteo oder AdRoll), für Display Advertising Kampagnen, für multivariate oder A/B-Test Tools, für Bewertungssysteme, Affiliate Marketing Netzwerke, Webanalyse, Newsletter und vieles mehr.

Wäre es nicht wunderbar, wenn es für all diese Tags und “Spezialfälle” eine zentrale Stelle gäbe, wo man diese deponieren kann, und sich nie wieder darum kümmern müsste, Änderungen auf der Website vorzunehmen oder bei Updates diese Änderungen an zig verschiedenen Stellen zu prüfen und zu “erhalten”?

Klingt wie Magie, ist aber ganz einfach: Google Tag Manager.

Was bringt mir der Google Tag Manager?

1. Ein Code für alle(s)

Der größte Vorteil ist, dass der GTM nur ein einziges mal eingebaut werden muss. Der GTM Code sieht ähnlich aus wie z.B. der Analytics Code, aber darüber hinaus sind keine Codes auf der Website einzubauen. Stattdessen werden diese Codes im GTM eingebaut. Der GTM funktioniert also wie ein Container, in den man die verschiedensten Tags “hineinwirft”. Egal ob man neue Tags im GTM hinzufügt oder bestehende Tags löscht bzw. bearbeitet – der GTM Code auf der Seite bleibt immer gleich. Für immer, versprochen. Amen.

2. Kontrolliertes Testen

Mit dem GTM können Tags sogar auf einer Live-Seite getestet werden, ohne deren Funktionalität zu beeinträchtigen. Während für eine bestimmte Website “weltweit” der GTM noch immer dieselben unveränderten Codes ausliefert, kann ein Tag Manager Spezialist neue Codes hinzufügen und nur auf dem selbst verwendeten Browser testen – ein kleines Cookie signalisiert, dass nur(!) auf diesem Rechner sozusagen schon die “neueste Version” getestet werden kann, während für den Rest der Welt die Website sich wie eh und je verhält.

3. Erweitertes Tracking

Der GTM stellt eine Reihe von Funktionen bereit, mit dem sich bestimmte Ereignisse auf einer Website “abfangen” lassen. Wie oft hat jemand von meiner Seite aus mein Facebook Profil besucht? Wie oft wurde ein PDF Dokument heruntergeladen? Wie oft hat jemand auf einem mobilen Gerät meine Telefonnummer angeklickt? Zu wieviel Prozent werden meine Blogbeiträge gelesen? Wie oft wird in ein Formularfeld etwas eingegeben, ohne dass dieses abgesendet wird? Dies und viel mehr lässt sich mit dem Google Tag Manager erfassen und entsprechend passende Tags auslösen.

4. Mehr Geschwindigkeit

Nicht nur die Verwaltung von Tags wird durch den GTM vereinfacht, auch die Geschwindigkeit der Website verbessert sich, denn der GTM kann z.B. langsame Tags asynchron nachladen (was manche Tags aus sich heraus nicht können) und man kann bestimmen, zu welchem Zeitpunkt ein Tag ausgelöst werden soll: Wenn die Seite geladen ist, wenn der Seitenaufbau (DOM) abgeschlossen ist oder wenn alle Elemente der Seite vollständig geladen worden sind. Darüber hinaus können bestimmte Tags auch erst aufgrund einer bestimmten Benutzer-Interaktion ausgelöst werden.

Fazit

Zusammengefasst gibt es keinen Grund, den GTM nicht zu verwenden. Selbst wenn nur ein einziges Tag (z.B. Google Analytics) auf einer Website zum Einsatz kommt, bietet der Tag Manager bereits in diesem Fall eine Reihe von Vorteilen (ohne Nachteile!).

In der zweiten Folge dieser Serie beschäftigen wir uns mit dem Auslösen bzw. “Feuern” von Tags, mit “Triggern”, mit der Struktur und internen Arbeitsweise des Tag Managers und mit “Variablen” und “Workspaces”. In der dritten Folge geht es dann um erweiterte Konzepte, Benutzerverwaltung, Import und Export von Containern, und spezielle GTM Techniken.

Haben Sie noch Fragen zum Tag Manager oder vermissen Sie bestimmte Erklärungen, dann lassen Sie es uns gerne wissen – kontaktieren Sie uns jederzeit per Email oder telefonisch!