Gastbeitrag: Barrierefreiheit ist eines der Schlagwörter der letzten Wochen und Monate, vor allem seit mit 1.1.2016 die Fristen für die gesetzlich vorgeschriebene Umsetzung abgelaufen sind. Nach wie vor verstehen viele darunter vor allem bauliche Maßnahmen. Doch Barrierefreiheit hört nicht an der Rampe auf…

Gastbeitrag: Leichte Sprache – Für Barrierefreiheit auf höchster Stufe

Barrierefreiheit ist eines der Schlagwörter der letzten Wochen und Monate, vor allem seit mit 1.1.2016 die Fristen für die gesetzlich vorgeschriebene Umsetzung abgelaufen sind. Nach wie vor verstehen viele darunter vor allem bauliche Maßnahmen. Doch Barrierefreiheit hört nicht an der Rampe auf. Hier nimmt sie nur ihren Anfang und geht dort weiter, wo man sich mit den unterschiedlichen Arten von Barrieren und vor allem mit deren Beseitigung auseinandersetzt.

Leichte Sprache ermöglicht barrierefreie Information für alle.
Leichte Sprache ermöglicht barrierefreie Information für alle.

Technische Hürden und Sprachbarrieren

So verschieden die Beeinträchtigungen, so unterschiedlich gestalten sich auch die Hürden und Barrieren von Menschen mit Behinderung. Da sie sich aber ebenso gern im Netz aufhalten wie alle anderen, müssen diese Barrieren vor allem für Websiten auf ein Minimum reduziert werden.

Über die drei Stufen der Barrierefreiheit für Websites hat Sie Both Interact bereits im November des letzten Jahres informiert: Man unterscheidet A (minimale Stufe), AA und AAA als höchste Stufe. Bei A und AA geht es vor allem darum, den Zugang durch die Beseitigung technischer Hürden zu erleichtern. Zum Beispiel werden Bedienung und Navigation erleichtert und man bietet die Möglichkeit zur Schriftvergrößerung bzw. Kontrasteinstellungen. Die Stufe AAA geht über die Technik hinaus und beinhaltet auch die barrierefreie Gestaltung von Informationen auf sprachlicher Ebene. Hier kommt die sogenannte Leichte Sprache ins Spiel, die immer dann eingesetzt wird, wenn Alltagssprache eine Barriere darstellt und Informationen für alle verständlich gemacht werden sollen.

Leichte Sprache – Informationen für alle

Bei Leichter Sprache handelt es sich um eine vereinfachte Form des Deutschen. Diese Vereinfachung erfolgt nach einem bestimmten Regelwerk und bezieht sich auf Grammatik, Wortschatz, Zeichensetzung und Darstellung. Man versucht beispielsweise, lange Wörter durch kurze zu ersetzen, ohne Nebensätze auszukommen, Fachbegriffe einfach zu erklären und mit bestimmten Formatierungen die Lesbarkeit zu erhöhen. Dabei richtet sich die Leichte Sprache an eine sehr breite Adressatengruppe. Sie ermöglicht fast allen Menschen einen barrierefreien Zugang zu Informationen, z.B. Menschen mit Lernschwierigkeiten, Hörgeschädigten, Menschen mit Sehbehinderung, funktionalen Analphabeten, Menschen mit Migrationshintergrund oder ganz allgemein formuliert: Menschen mit geringer Lesefähigkeit.
In Österreich geht man von rund 1 Million Menschen aus, die von Leichter Sprache profitieren würden.

Mit mehr Qualität gegen das Akzeptanzproblem

Seit ihrem Bestehen gibt es Kontroversen rund um die Leichte Sprache. Kurz gesagt: Sie hat ein Akzeptanzproblem, das einerseits aus Unwissenheit und andererseits aus dem Fehlen von Qualitätsstandards resultiert. Daher sind gute und hochwertige Übersetzungen im Falle der Leichten Sprache sehr wichtig. Deshalb hat sich LOYCOS für einen sprachwissenschaftlichen Ansatz entschieden. Unsere Arbeit basiert auf dem offiziellen Regelwerk der ersten Forschungsstelle für Leichte Sprache der Universität Hildesheim. Dies ermöglicht uns fachlich versierte Übersetzungen in hoher Qualität zu fairen Preisen. Denn Leichte Sprache wirkt nur dann, wenn sie auch in die Breite geht.

Weitere Informationen zu Leichter Sprache finden Sie auf www.loycos.at.