Alten Wein in neue Schläuche zu füllen ist eine Aufgabe, die den Online Marketer vor eine nicht allzu hohe Herausforderung stellt. Das dürften auch die Organisatoren der diesjährigen dmexco gewusst haben. Unter dem Motto “bridging worlds” (Herrn und Frau ÖsterreicherIn bleibt die Ähnlichkeit zum diesjährigen ESC Motto “building bridges” wohl nicht verborgen) wurde also wie schon seit 2009 (damals gab es die 1.dmexco, davor bekannt als omd = Online Marketing Düsseldorf, am Kölner Messegelände in einer einzigen Halle) zur größten Online-, pardon, Digital-Marketing Fachmesse im deutschsprachigen Raum geladen.

dmexco 2015 – Ein sehr persönlicher Rückblick

Hallendurchblick, Halle 6
Hallendurchblick, Halle 6

Alten Wein in neue Schläuche zu füllen ist eine Aufgabe, die den Online Marketer vor eine nicht allzu hohe Herausforderung stellt. Das dürften auch die Organisatoren der diesjährigen dmexco gewusst haben. Unter dem Motto “bridging worlds” (Herrn und Frau ÖsterreicherIn bleibt die Ähnlichkeit zum diesjährigen ESC Motto “building bridges” wohl nicht verborgen) wurde also wie schon seit 2009 (damals gab es die 1.dmexco, davor bekannt als omd = Online Marketing Düsseldorf, am Kölner Messegelände in einer einzigen Halle) zur größten Online-, pardon, Digital-Marketing Fachmesse im deutschsprachigen Raum geladen.

Und weil wir gerade von Größe sprechen: Auch die diesjährige dmexco scheint eine Messe der Superlative ohne Ende zu sein: Über 800 Aussteller, 500 Speaker und mehr als 43.000 Besucher haben jeweils neue Rekordmarken gesetzt.

 

Dmexco 2015

Ein von Bernhard Lukas (@bernhardlukas) gepostetes Foto am

Auf zur dmexco 2015 – ich sehe zu viele Menschen

Wer sich dort nun anschickt, gegen die gefühlt ständig entgegenkommenden Menschenmassen in den Gängen und Hallen anzutreten, wer die Härte hat, sich mit Studenten und “definitiv nicht”-Fachbesuchern um die wenigen Vortragsplätze zu prügeln, wer einen Plan voller Kundentermine, Standbesuche und Fachvorträge mit den langen Schlangen vor WC, Essensausgabe, Ticketschalter und Conference-Räumlichkeiten unter einen Hut zu bringen vermag und obendrein mit gutem Schuhwerk für die vielen zurückgelegten Kilometer ausgerüstet ist, der hat gerade erst einmal die ‘Mindestanforderungen’ der dmexco 2015 erfüllt. So treten nun also die wackeren Helden Herbert Weichart (SEO), Rene Zwarg (CEO) und Bernhard Lukas (SEA) für Both Interact den Gang zum Kölner Messegelände an, um dort mit Kunden intensive Gespräche zu führen, an interessanten Fachvorträgen und spannenden Diskussionen teilzunehmen und dem einen oder anderen interessanten Anbieter zur Unterstützung der eigenen Dienstleistung einen Besuch abzustatten. Die riesigen Hallen gleichen bizarren Leuchtwelten aus denen uns ein “Wall of Sound” aus Stimmgewirr und Standbeschallungen entgegenwabert, das WLAN ist (wie zu erwarten war) so gut wie überall tot, und telefonische Abstimmungen zu Terminen werden dank gefühlt 27 abgebrochener Gesprächsverbindungen zur Geduldsprobe. Als Zuckerhäubchen darauf wartet man im best-case geschlagene 10 Minuten auf einen Espresso und darf sich Chinese Fast Food Nudeln oder andere lauwarm am köcheln gehaltene Gerichte für etwas mehr als 15 Euro einverleiben.

Rikscha-Fahrt mit Morrissey! 😉 (not) Ein von Bernhard Lukas (@bernhardlukas) gepostetes Foto am

 

Zusammenfassung und Recap dmexco 2015 – Big Native User Data

Das große Thema für 2015 war Data Driven Marketing / Big Data / User Advertising. Man ersetze das Wort “User” beliebig durch die Begriffe “People”, “Human”, “Audience”, “Content”, “Native” oder “Individual” und ergänze fallweise noch “programmatic”, “holistic” oder “personalized”. Natürlich handelt es sich dabei um mehr als nur eine Renaissance des Advertorials. Eyeo, Anbieter von “AdBlock Plus”, verteilte Pixi-Bücher zum Thema “böse Popups vs. gute gut getarnte Native Ads”. Trotzdem vernichten AdBlocker Milliarden Euro pro Jahr an möglichen Werbeumsätzen und ohne Cookies lässt sich selbst die native, personalisierte oder wie auch immer bezeichnete Platzierung von gesteuertem Content Schrägstrich Storytelling schwer realisieren.

Ansonsten möchte ich nicht allzuviele Worte über das verlieren, was andernorts ohnehin nachgelesen werden kann an Fremdbeweihräucherung wie beispielsweise hier oder hier oder auch hier noch bunter und oberflächlicher. Bezeichnend für die dmexco 2015, dass z.B. die Recaps zu Tag 1 und 2 von den Kollegen bei onlinemarketing.de weniger gehaltvoll erscheinen als deren Vorbericht AKA dmexco Survival Guide – wenngleich sehr treffend. Apropos treffend, bekannte Gesichter, vor allem aus dem SEO und Affiliate Umfeld, sah man eher selten. Die reinen Affiliate Netzwerke von gestern sind heute ohnehin breiter aufgestellt wie z.B. Conversant / CJ, TradeDoubler, affilinet, Belboon. Bei TradeTracker hatte man anscheinend schon früh das Handtuch geworfen – keiner mehr da am Nachmittag.

 

Unsere 8 Highlights der dmexco 2015

  • Überlebenswichtig: Die dmexco-App
  • Interessanteste Technologie: Captify UK
  • Inspirierendster Beitrag: The Fall of the App & The Rise of the A.I. / TamTam NL
  • Bester Stand: adverserve (und Vice – sehr wild)
  • Bestes Take-away: Das Facebook-Cookie!
  • Bester e-Commerce Ansatz: Florian Werner / Remintrex
  • Größter Aufreger: Das AdBlocking Pixi Buch
  • Größter Fail: Die Organisation

 

Und meine persönlichen 5 dmexco Sünden dieses Jahr

      • Statt bequemer Sneaker dann doch die neuen Schuhe anziehen.

 

 

    • Bei starkem Regen statt aufs Taxi lieber auf die eigene Orientierung vertrauen.

 

 

    • Beim “Absacker” sich noch auf ein paar Runden Schnaps überreden lassen.

 

 

    • Den Kunden zur falschen Standnummer lotsen (A.62 ist nicht gleich F.62).

 

 

    • Als Vegetarier zum Frühstück ein Mettbrötchen verspeisen (siehe Bild).

 

 

 

Das war also die dmexco 2015 – als Besucher hasst man sie, als Aussteller liebt man sie. So wie auch Köln die Stadt der Liebe zu sein scheint, betrachtet man die mit Schlössern versehene Eisenbahnbrücke über den Rhein. Naja, Hauptsache wir machen Digitales Marketing mit Herz. Nun also auch noch schlechte Selbstbeweiräucherung zum Schluss – ach, auch schon egal. Nächstes Jahr kann es nur besser werden! 😉

 

Rheinbrücke in Köln #dmexco2015

Ein von Bernhard Lukas (@bernhardlukas) gepostetes Foto am